Zirkus


Zirkus
Zir|kus ['ts̮ɪrkʊs], der; -ses, -se:
Unternehmen, das Vorführungen mit Tieren, Artisten, Clowns o. Ä. in einem großen Zelt zeigt:
sie ist Dompteurin beim Zirkus.
Zus.: Raubtierzirkus, Wanderzirkus.

* * *

1-63 der Wanderzirkus
1 das Zirkuszelt (Spielzelt, Chapiteau), ein Viermastzelt n
2 der Zeltmast
3 der Scheinwerfer
4 der Beleuchter
5 der Artistenstand
6 das Trapez (Schaukelreck)
7 der Luftakrobat (Trapezkünstler, Ктfliegende MenschКр)
8 die Strickleiter
9 die Musikertribüne (Orchestertribüne)
10 die Zirkuskapelle
11 der Manegeneingang
12 der Sattelplatz (Aufsitzplatz)
13 die Stützstange (Zeltstütze)
14 das Sprungnetz, ein Sicherheitsnetz n
15 der Zuschauerraum
16 die Zirkusloge
17 der Zirkusdirektor
18 der Artistenvermittler (Agent)
19 der Eingang und Ausgang
20 der Aufgang
21 die Manege (Reitbahn)
22 die Bande (Piste)
23 der Musikclown
24 der Clown (Spaßmacher)
25 die Ктkomische NummerКр, eine Zirkusnummer
26 die Kunstreiter m
27 der Manegendiener, ein Zirkusdiener m
28 die Pyramide
29 der Untermann
30 u. 31 die Freiheitsdressur
30 das Zirkuspferd in Levade f
31 der Dresseur, ein Stallmeister m
32 der Voltigereiter (Voltigeur)
33 der Notausgang
34 der Wohnwagen (Zirkuswagen)
35 der Schleuderakrobat
36 das Schleuderbrett
37 der Messerwerfer
38 der Kunstschütze
39 die Assistentin
40 die Seiltänzerin
41 das Drahtseil
42 die Balancierstange (Gleichgewichtsstange)
43 die Wurfnummer (Schleudernummer)
44 der Balanceakt
45 der Untermann
46 die Perche (Bambusstange)
47 der Akrobat
48 der Äquilibrist
49 der Raubtierkäfig, ein Rundkäfig m
50 das Raubtiergitter
51 der Laufgang (Gittergang, Raubtiergang)
52 der Dompteur (Tierbändiger, Tierlehrer)
53 die Bogenpeitsche (Peitsche)
54 die Schutzgabel
55 das Piedestal
56 das Raubtier (der Tiger, der Löwe)
57 das Setzstück
58 der Springreifen
59 die Wippe
60 die Laufkugel
61 die Zeltstadt
62 der Käfigwagen
63 die Tierschau

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Zịr|kus 〈m.; -, -se〉 oV Circus
1. 〈im antiken Rom〉 längliche Rennbahn (für Wagen- u. Pferderennen)
2. 〈heute〉
2.1 Unternehmen, das Tierdressuren, Artistik u. a. gegen Entgelt darbietet (Wander\Zirkus)
2.2 Zelt od. Halle für diese Darbietungen
3. 〈fig.; umg.〉
3.1 Aufregung, Aufhebens, große Umstände
3.2 lärmendes Durcheinander
● mach doch nicht solchen \Zirkus! 〈fig.; umg.〉; in den \Zirkus gehen; so ein \Zirkus! 〈fig.; umg.〉 [<lat. circus <grch. kirkos „Kreis“, dann auch „Arena“]

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Zịr|kus , der; -[ses], -se:
1. (in der röm. Antike) lang gestreckte, an beiden Schmalseiten halbkreisförmig abgeschlossene, von stufenartig ansteigenden Sitzreihen umgebene Arena für Pferde- u. Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe o. Ä.
2. [(unter Einfluss von engl. circus u. frz. cirque <) lat. circus (maximus) = Arena für Wettkämpfe, Spiele; Rennbahn, eigtl. = Kreis; Ring, < griech. ki̓rkos = Ring]
a) Unternehmen, das meist in einem großen Zelt mit Manege Tierdressuren, Artistik, Clownerien u. Ä. darbietet:
der Z. kommt, gastiert in Köln, geht auf Tournee;
Artist beim Z. sein;
b) Zelt od. Gebäude mit einer Manege u. stufenweise ansteigenden Sitzreihen, in dem Zirkusvorstellungen stattfinden:
der Z. füllte sich rasch;
c) <o. Pl.> Zirkusvorstellung:
der Z. beginnt um 20 Uhr;
d) <o. Pl.> (ugs.) Publikum einer Zirkusvorstellung:
der ganze Z. klatschte stürmisch Beifall.
3. <o. Pl.> (ugs. abwertend) großes Aufheben; Trubel, Wirbel:
das war vielleicht ein Z. heute in der Stadt!;
mach nicht so einen Z.!

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Zịrkus
 
[lateinisch circus »Kreis«, »Rennbahn«, »Arena«, wohl von griechisch kírkos »Ring«] der, -/-se, ein in der Regel mobiles Unternehmen, das Vorstellungen mit Tierdressuren (u. a. Raubtiere), Reitkünsten (u. a. hohe Schule), Akrobatik, Artistik und Clownerien gibt. Die Veranstaltungen finden in der Regel in einem zwei- oder dreimastigen Zirkuszelt mit einer Manege (meist von 13,5 m Durchmesser) statt, die von einer niedrigen Barriere (Piste) sowie ansteigenden Sitzreihen (vor denen sich die Logen befinden) eingefasst ist. Zirkusse besitzen neben ihren Wagen oft (v. a. für den Winter) auch feste Gebäude.
 
In römischer Zeit war der Circus eine lang gestreckte Arena v. a. für Pferde- und Wagenrennen, aber auch für Gladiatorenspiele u. a. Als Begründer der noch heute gültigen Zirkusform gilt der Brite Philip Astley (* 1742, ✝ 1814), der 1768 bei London eine Reitschule gründete, in der auch Kunstreiterei vorgeführt wurde. Diese Vorführungen wurden schrittweise durch Auftritte von Seiltänzern, anderen Akrobaten und Clowns ergänzt, sodass ab 1770 von Zirkusvorführungen im heutigen Sinn gesprochen werden kann. Astley baute 1803 in London ein festes Zirkusgebäude mit Manege und Bühne; den von ihm in Paris gegründeten Zirkus übernahm 1789 Antonio Franconi (* 1737, ✝ 1836), der mit Tourneen die europäische Zirkuskunst beeinflusste; 1807 gründeten seine Söhne in Paris das feste Zirkusgebäude »Cirque Olympique«. Nach 1845 wurde dann der deutsche Zirkus tonangebend. Ernst Jakob Renz (* 1815, ✝ 1892) gründete in Berlin, Breslau, Bremen und Hamburg feste Zirkusgebäude. Ein weiteres bekanntes Unternehmen war v. a. der von P. V. Busch gegründete »Zirkus Busch«. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in den USA große Wanderzirkusse gegründet, in denen in mehreren Manegen gleichzeitig Vorführungen stattfanden. Das bekannteste Unternehmen dieser Art war das von P. T. Barnum gegründete. In der Folge wurden durch den Zirkus auch exotische Tiere und fremde Völker in Europa bekannt; K. Hagenbecks Völkerschauen erreichten große Popularität.
 
Seit 1945 können sich in Deutschland nur noch große, finanziell starke Zirkusse (zum Teil durch Verringerung des Tierbestands) halten. Dazu zählen Zirkus Krone, Sarrasani, Althoff, Barum, Busch-Roland, Renz, Hein und Probst sowie Roncalli oder in der Schweiz Zirkus Knie. Die 1991 aus dem früheren DDR-Staatszirkus hervorgegangene Berliner Circus Union (u. a. mit den Zirkussen Aeros, bis 1995, und Busch-Berolina, bis 1998) wurde Ende 1998 liquidiert. Große internationale Bedeutung gewann der Moskauer Staatszirkus durch Clowns wie O. K. Popow sowie durch die Perfektion der artistischen Darbietungen. In den 80er- und 90er-Jahren erlangten der kanadische Cirque du Soleil (gegründet 1984) und der Chinesische Nationalzirkus, die mit artistische Darbietungen ohne Tierdressuren auftreten und jeweils mit mehreren Shows reisen, weltweites Publikumsinteresse. Zirkusfestivals finden u. a. in Monaco (Festival du Cirque de Monte-Carlo, gegründet 1974) statt.
 
 
R. Toole Stott: Circus and allied arts, 4 Bde. (Derby 1958-71);
 
Die Artisten, ihre Arbeit u. ihre Kunst, bearb. v. H. Bemmann (Berlin-Ost 1965);
 J. Markschiess-van-Trix u. B. Nowak: Artisten- u. Z.-Plakate. Ein internat. histor. Überblick (Zürich 1976);
 G. Bose u. E. Brinkmann: Circus. Gesch. u. Ästhetik einer niederen Kunst (1978);
 E. Günther: Z.-Gesch. Ein Abriß der Gesch. des dt. Z. (Berlin-Ost 1986);
 J. H. Humphrey: Roman circuses. Arenas for chariot racing (London 1986);
 W. Christian Schmitt u. V. W. Degener: Z. Gesch. u. Geschichten (1991);
 C. Heucke: Circus u. Hippodrom als polit. Raum (1994).
 

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Zịr|kus, der; -, -se [(2: unter Einfluss von engl. circus u. frz. cirque <) lat. circus (maximus) = Arena für Wettkämpfe, Spiele; Rennbahn, eigtl. = Kreis; Ring, < griech. kírkos = Ring]: 1. (in der röm. Antike) lang gestreckte, an beiden Schmalseiten halbkreisförmig abgeschlossene, von stufenartig ansteigenden Sitzreihen umgebene Arena für Pferde- u. Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe o. Ä. 2. a) Unternehmen, das meist in einem großen Zelt mit Manege Tierdressuren, Artistik, Clownerien u. Ä. darbietet: der Z. kommt, gastiert in Köln, geht auf Tournee; Artist beim Z. sein; er will als Clown zum Z. gehen; b) Zelt od. Gebäude mit einer Manege u. stufenweise ansteigenden Sitzreihen, in dem Zirkusvorstellungen stattfinden: der Z. füllte sich rasch, brannte ab; c) <o. Pl.> Zirkusvorstellung: der Z. beginnt um 20 Uhr; wir gehen heute in den Z.; d) <o. Pl.> (ugs.) Publikum einer Zirkusvorstellung: der ganze Z. klatschte stürmisch Beifall. 3. <o. Pl.> (ugs. abwertend) großes Aufheben; Trubel, Wirbel: das war vielleicht ein Z. heute in der Stadt!; Was soll der Z. mit den Unterhosen? (Ziegler, Kein Recht 356); mach nicht so einen Z.!; na, das wird einen schönen Z. (Krach 2) geben.

Universal-Lexikon. 2012.

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